Bestandsaufnahme: Familienzentren in der Westschweiz
15. Dezember 2025
Familienzentren sind ein zentraler Bestandteil der frühkindlichen Bildungspolitik in der französischsprachigen Schweiz. Sie bieten Familien mit Kleinkindern (0–4 Jahre) offene Räume zum Treffen, Spielen, Austauschen und zur gegenseitigen Unterstützung. Der Zugang ist ohne Anmeldung und mit geringen Hürden möglich.
Die im Rahmen des Programms MegaMarieplus durchgeführte Bewertung zielt darauf ab, einen Überblick über die bestehenden Familienzentren zu gewinnen und deren Struktur, Angebote und Organisationsmethoden zu analysieren. Die Studie basiert auf einem Fragebogen, der an die Leiter von 86 Zentren versandt wurde, von denen 37 teilnahmen. Ergänzt wurde die Studie durch einen Workshop mit Vertretern der Familienzentren.
Die Ergebnisse zeigen ein kontinuierliches Wachstum der Familienzentren in den letzten zehn Jahren, mit einer hohen Konzentration in städtischen Gebieten. Familienzentren betreuen häufig Familien in sozioökonomisch benachteiligten Situationen und Familien mit Migrationshintergrund und spielen somit eine wichtige Rolle bei der sozialen Integration. In der französischsprachigen Schweiz zeichnen sich die meisten Familienzentren durch einen hohen Professionalisierungsgrad und eine überwiegend von hauptberuflichen Mitarbeitern getragene Leitung aus. Das Angebot ist vielfältig und umfasst unter anderem offene Kinderbetreuung, Spielbereiche, Eltern-Kind-Aktivitäten sowie Informations- und Beratungsdienste. Die Vernetzung mit Akteuren der frühkindlichen Bildung ist hinsichtlich des Informationsaustauschs gut entwickelt, die aktive Zusammenarbeit jedoch noch relativ gering.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung einer Stärkung von Kommunikation, Koordination und struktureller Unterstützung, um die Rolle der frühkindlichen Kompetenzzentren (Familienzentren) in den kantonalen und kommunalen Strategien zur frühkindlichen Entwicklung nachhaltig zu festigen.